Die MWST-Deklaration ist eine exakte Wissenschaft

Selbst für uns MWST-Experten ist es nicht immer einfach, die MWST-Deklaration korrekt auszufüllen und die einzelnen Beträge aus der Bilanz oder der Erfolgsrechnung den richtigen Positionen der Abrechnung zuzuweisen. Das falsche Ausfüllen kann auch dann Konsequenzen haben, wenn sich die Steuerschuld dadurch nicht verändert. Weiterlesen

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Abgabe für Radio und Fernsehen (RTVG Abgabe – so können Gemeinwesen die Belastung reduzieren

Dieser Blog-Beitrag stammt von Marc Oliver Müller, Senior Manager pwc Basel

Ab dem 1. Januar 2019 erhebt die ESTV bei den Unternehmen die neue geräteunabhängige Abgabe für Radio und Fernsehen. Abgabepflichtig sind die in der Schweiz mehrwertsteuerpflichtigen Unternehmen (mit Sitz, Wohnsitz oder Betriebsstätte in der Schweiz) mit einem weltweiten Umsatz von CHF 500‘000 und mehr.

  • Von der Abgabe betroffen sind somit auch die mehrwertsteuerpflichtigen Gemeinwesen mit ihren Dienststellen, Anstalten, Stiftungen, Gesellschaften etc.

Bemessungsgrundlage der Abgabe bildet der in Ziffer 200 der MWST-Abrechnung deklarierte weltweite Gesamtjahresumsatz des Unternehmens. Die mehrwertsteuerliche Qualifikation des Umsatzes ist für die RTVG Abgabe nicht relevant. Aus diesem Grund sind auch die von der Steuer ausgenommenen und/oder befreiten Umsätze in der Bemessungsgrundlage zu berücksichtigen.

  • Es ist zu prüfen, ob sämtliche mehrwertsteuerlich relevanten Umsätze korrekt in den Quartalsabrechnungen deklariert wurden. Gleichzeitig empfiehlt sich auch die Richtigkeit der mehrwertsteuerlichen Qualifikation der Umsätze und bei der Anwendung des Pauschalsteuersatzmethode die Richtigkeit der Pauschalsteuersätze zu überprüfen.

Für die Bemessung der Umsatzkategorie bzw. des Abgabetarifs wird auf den im Vorjahr erzielte Gesamtumsatz abgestellt. Es existieren folgende Kategorien und Abgabetarife:

RTVG

Optimierung für Gemeinwesen

Für Gemeinwesen hat der Gesetzgeber eine Vereinfachung und Optimierungs-möglichkeit vorgesehen. So können sich mehrwertsteuerpflichtige autonome Dienststellen eines (gleichen) Gemeinwesens (auf Stufe Bund, Kantonen und Gemeinden) zu einer sogenannten Abgabegruppe zusammenschliessen. Dadurch wird für die Bestimmung des Abgabebetrags auf das Total der von diesen Dienststellen in der Ziffer 200 deklarierten weltweiten Gesamtumsatz abgestellt. Dies führt in der Regel zu einem finanziellen Vorteil. Denn es ist nur noch ein Abgabebetrag für die gesamte Gruppe zu bezahlen. Je mehr mehrwertsteuerpflichtige Dienststellen zusammengefasst werden und je höher deren Umsatz ist, desto höher fällt der finanzielle Vorteil aus, wie nachfolgendes Beispiel aufzeigt: 

Dienststelle Umsatz Ziffer 200 Tarif/Abgabe ohne Abgabegruppe Tarif/Abgabe mit Abgabegruppe
DS 1 2’000’000 910  
DS 2 1’500’000 910  
DS 3 7’000’000 2’280  
DS 4 9’000’000 2’280  
DS 5 12’000’000 2’280  
       
Total 31’500‘000 8’660 5‘750

Bei diesem Beispiel beträgt der finanzielle Vorteil der Abgabegruppe CHF 2’910.

Die Abgabegruppe betrifft übrigens nur die RTVG Abgabe. Für die Zwecke der MWST können sich aber auch mehrere Dienststellen zu einem MWST-Subjekt zusammenschliessen.

Bitte beachten Sie, dass die Frist zur Anmeldung einer Abgabegruppe für das Jahr 2019 am 15. Januar 2019 abläuft! Die Beantragung können Sie auf ESTV SuisseTax vornehmen.

 Nutzen Sie die Gelegenheit und prüfen Sie noch vor Fristablauf die Vorteile einer Abgabegruppe!

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Die ESTV schafft Klarheit bei Aus- und Weiterbildungskosten

Dieser Blog-Beitrag stammt von Marc Oliver Müler, Senior Manager pwc Basel

Die ESTV scheint das Zusammenspiel zwischen der Deklaration von «Leistungen» im Lohnausweis und der mehrwertsteuerlichen Behandlung nun verstanden zu haben. So hat sie in ihrem «Entwurf Praxisanpassungen MWSTG Thema: Lohnausweisempfänger» vom 2. November 2018 erkannt, dass nicht bei jeder Deklaration im Lohnausweis die Mehrwertsteuer geschuldet ist. Dies führt u.a. dazu, dass die ESTV nach verschiedenen Diskussionen und einem langen Hin- und Her ihre bisherige Praxis im Zusammenhang mit dem Vorsteuerabzugsrecht bei Aus- und Weiterbildungs-leistungen angepasst hat. Weiterlesen

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Und nun ist der Erfolg begründet

Am 6. April 2018 konnte ich persönlich an der öffentlichen Verhandlung des Bundesgerichts teilnehmen, welches zu beurteilen hatte, ob die Bundesbeiträge an die Stiftung Antidoping Subventionen oder Entgelt für einen Leistungsaustausch sind. Sehr zur Freude der Stiftung (und natürlich auch zu meiner Freude) entschied das Bundesgericht auf Subventionen. Nun liegt das begründete Urteil vor. Weiterlesen

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Wenn die ESTV sich auch nur selbst an so kurze Fristen halten würde

In letzter Zeit stellen wir immer wieder fest, dass es sehr lange dauert, bis wir von der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) Antworten bekommen. Erst kürzlich haben wir – noch knapp vor der Verjährung – einen Entscheid auf unsere Einsprache aus dem Jahre 2013 erhalten. Auch versprochene Termine werden wiederholt nicht eingehalten. In eigener Sache stellt die ESTV aber sehr kurze Fristen auf. Weiterlesen

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Die Eidgenössische Steuerverwaltung wird von Durchsetzungsschwierigkeiten bewahrt

Auf den 1.1.2019 wird die Unternehmensabgabe für die Radio- und Fernsehgebühren (RTVG-Abgabe) eingeführt, die alle im MWST-Register eingetragenen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als CHF 500’000 zu bezahlen haben. Da die Abgabe an die Registrierung im MWST-Register anknüpft und zudem auf den weltweiten Umsatz abstellt, werden auch ausländische Unternehmen, die in der Schweiz ohne Präsenz im MWST-Register eingetragen sind, der Abgabe unterstellt. Weiterlesen

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Eine erst jetzt erkannte Opportunität

Ich war am Rande in eine Diskussion eines Übungsfalles zur MWST-Ausbildung involviert. Dabei musste ich feststellen, dass Margenbesteuerung und fiktiver Vorsteuerabzug nicht zu meinen Beratungsschwerpunkten zählen. Konkret ging es um den Eintausch eines Occasionsfahrzeuges Ende 2017 und dem Verkauf des aufbereiteten Fahrzeuges anfangs 2018. Weiterlesen

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