Vorsteuerabzug für Leistungen im Ausland

In einem aktuellen Entscheid hat das Bundesverwaltungsgericht festgestellt, dass schon unter dem alten MWSTG Vorsteuern im Zusammenhang mit Auslandumsätzen zum Abzug gebracht werden durften – vorausgesetzt dieser Auslandumsatz wäre steuerbar gewesen, wäre er im Inland getätigt worden. Hierzu hat das Gericht festgehalten, dass das Mehrwertsteuerrecht – entgegen der Ansicht der ESTV – keine «beschränkte Steuerpflicht» in dem Sinne kenne, dass eine natürliche oder juristische Person nach ihrem In- und Auslandumsatz in zwei Steuersubjekte aufgespalten wird.

Mit Blick auf das neue MWSTG, welches am 1. Januar 2010 in Kraft getreten ist, gilt anzumerken, dass durch die neue Bestimmung in Art. 60 MWSTV die Zulassung des Vorsteuerabzugs auf im Ausland erbrachte ausgenommene Leistungen ausgeweitet worden ist. So ist seit Inkrafttreten des neuen MWSTG der Vorsteuerabzug für im Ausland erbrachte Leistungen im selben Umfang möglich, wie wenn diese im Inland erbracht worden wäre – vorausgesetzt, dass für diese Leistungen gemäss Art. 22 MWSTG im Inland optiert werden könnte. Somit sind nur noch die Finanz-, Versicherungs- und Glückspielbranche sowie die Immobilienbranche – sofern die Immobilie ausschliesslich zu privaten Zwecken genutzt wird – von dieser Schattensteuer (taxe occulte) betroffen.

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