Es ist doch alles Gold was glänzt

Gestützt auf einen Leserkommentar habe ich den Beitrag am Schluss angepasst; Goldbarren, ob gegossen oder gestanzt, brauchen immer noch das Stempelzeichen eines anerkannten Prüfer-Schmelzers.

Am 30. Oktober 2013 der Bundesrat eine Änderung der Mehrwertsteuerverordnung (MWSTV) angekündigt.

Ab 2014 sind alle Formen von Anlagegold steuerlich gleichgestellt und von der Mehrwertsteuer befreit.

Die Umsätze von Bankedelmetallen in Form von Goldbarren wie auch anderen Golderzeugnissen zu Anlagezwecken sind in der Schweiz von der Mehrwertsteuer befreit. Für die Steuerbefreiung wurde bisher in der Mehrwertsteuerverordnung (MWSTV) auf die Edelmetallkontrollverordnung verwiesen, die sich jedoch bloss auf gegossene Goldbarren, aber nicht auf gestanzte Goldplättchen bezieht. Um Interpretationsschwierigkeiten zu vermeiden und um zu gewährleisten, dass alle Formen von Anlagegold steuerrechtlich gleich behandelt werden, wurde die Verordnung angepasst, so dass die Umsätze sowohl von gegossenen Goldbarren als auch von gestanzten Goldplättchen eindeutig von der Mehrwertsteuer befreit sind. Schmuckstücke wie beispielsweise Goldketten und -ringe gelten nicht als Anlagegold, und der Handel mit solchen Goldprodukten unterliegt nach wie vor der Mehrwertsteuer.

Mit dieser Entkoppelung der MWSTV von der Edelmetallkontrollverordnung dürfte der Entscheid zu den Goldbarren der Bank of China aber immer noch negativ ausfallen. Entscheidend bleibt, dass die Goldbarren das Stempelzeichen eines anerkannten Prüfer-Schmelzers tragen. Die Verzierung mit einem Drachen dürfte aber ab 1.1.2014 keine negativen Konsequenzen auf die Steuerbefreiung mehr haben. Weiterhin steuerbar bleibt der Handel mit anderen Edelmetallen wie Silber oder Platin. Um konkurrenzfähig zu bleiben hat die Praxis jedoch Lösungsmöglichkeiten (Stichwort Zollfreilager) entwickelt, um diese MWST-Belastung zu vermeiden.

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2 Antworten zu Es ist doch alles Gold was glänzt

  1. Kohler schreibt:

    Die Barren der Bank of China hatten weder anerkanntes Prüfer-Schmelzer-Zeichen noch eine in der Schweiz registrierte Verantwortlichkeitsmarke. Sie wären somit auch im Jahr 2014 nicht steuerfrei.

    • Niklaus Honauer schreibt:

      Besten Dank fr diesen Kommentar. Ich habe bei der Interpretation des Urteils zu starkes Gewicht auf den Umstand der Verzierung gelegt, der ja ebenfalls eine wesentliche Rolle gespielt hat. Aber Sie haben recht, die Goldbarren (gegossen oder gestanzt) brauchen immer noch das Stempelzeichen eines anerkannten Prfer-Schmelzers, was bei den Goldbarren der Bank of China gefehlt hat.

      Gruss

      N. Honauer

      Dr. Niklaus Honauer

      PwC | Partner Leader indirect Taxes Switzerland Office: +41 58 792 5942 | Mobile: +41 79 332 6112 Email: niklaus.honauer@ch.pwc.com PricewaterhouseCoopers AG follow me on my VAT blog with actual news

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