Der obligate Blog aus Spanien

Es gehört schon zur Tradition, dass ich bei meinen Aufenthalten in Spanien auch einen blog schreibe, der sich mit Steuern und Abgaben in Spanien befasst. Dieses Mal bin ich auf einen Artikel gestossen, der sich mit der Steuerreform befasst. Eine Expertengruppe hat einen 440 (!) Seiten langen Bericht verfasst. Nein, ich habe den Bericht nicht gelesen, dafür reichen meine Spanisch Kenntnisse noch nicht und die Ferien sind zu kurz. Aber die Zusammenfassung gab einige interessante Erkenntnisse, die in der einen oder andern Form auch für die Schweiz relevant sind.

Tax Reform Spanien
http://economia.elpais.com/economia/2014/03/14/actualidad/1394807985_583084.html

Der „Rat der Weisen“ unter der Führung von Manuel Lagares, einem Professor für öffentliche Finanzen empfiehlt, die direkten Steuern und die Sozialabgaben zu reduzieren und im Gegenzug die Mehrwertsteuer zu erhöhen. Dies soll zu einer Erhöhung des Bruttosozialprodukts um bis zu 0.3% pro Jahr führen und auch einen positiven Effekt auf die Beschäftigungsituation haben.

Die Empfehlung geht dahin, die Sozialabgaben um 3% zu reduzieren und die direkten Steuern von 24.75 % auf 20% minimal und von 52% auf 44% maximal festzusetzen. Der damit verbundene Einnahmenausfall des Staates soll mit Erhöhungen der Mehrwertsteuer kompensiert werden. Im Fokus steht die Abschaffung der reduzierten Sätze. Dabei wird jedoch erkannt, dass eine Abschaffung der reduzierten Sätze auf Güter des täglichen Bedarfs zu nachteiligen Folgen für die Bevölkerungskreise mit den tiefsten Einkommen hätte. Sie müsste mit anderen Steuervorteilen für diese Schichten kompensiert werden. Auch eine Erhöhung der Steuersätze im Tourismussektor wird nur dann befürwortet, wenn gleichzeitig die Sozialabgaben reduziert werden, weil der arbeitsintensive Tourismussektor davon am meisten profitieren würde.

Die Diskussionen in Spanien sind durchaus vergleichbar mit den aktuellen Entwicklungen in der Schweiz. Die Mehrwertsteuer diente schon bisher zur Finanzierung diverser Projekte (Sanierung AHV und IV sowie Bahngrossprojekte). Aktuell ist auch die Finanzierung der Steuerausfälle der Unternehmenssteuerreform III über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer eine Option.

 

 

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