Dreht sich bei mir auch an Ostern alles um die Mehrwertsteuer?

Sicher nicht, dazu ist das Wetter in Spanien zu schön und die „semana santa“ bietet mit ihren unzähligen Prozessionen Kultur und Tradition pur. Aber ganz lassen kann ich es trotzdem nicht. Die Ostertage regen mich an, die Verbindung zwischen Ostern und der Mehrwertsteuer zu suchen.

Die Webpublikationen der ESTV liefern auf den Suchbegriff „Ostern“ zu meiner Überraschung einen Treffer. Aber er führt nur nach Ostermundigen. Etwas passender wohl die Suche nach den Begriffen Eier und Hasen. Der Gastwirt, der seine Ostereier oder seinen Osterhasen bei einem (nicht steuerpflichtigen) Landwirt bezieht, kann auf dem Kaufpreis einen fiktiven Vorsteuerabzug von 2,5% geltend machen und erhält so von der ESTV einen Rabatt auf seinem Einkauf.

Eier sind aber nur dann Urprodukte und von der Steuer ausgenommen, wenn der Bauer die Eier seiner eigenen Hühner verkauft. Handelt er mit Eiern, dann unterliegen sie dem reduzierten Steuersatz von 2,5%, ausser er hat sie zu Eierlikör verarbeitet. Der Eierlikör ist zu 8% steuerbar; es ist ja davon auszugehen, dass er mehr als 0,5% Volumenprozent Alkohol enthält.

Etwas schwieriger sind die Abgrenzungsfragen beim Osterhasen. Der teuerste Osterhase, der für Euro 46’600 im Internet angeboten wird, ist mit Diamanten und Goldeiern geschmückt. Da dürfte die 70:30 Regel nicht mehr ausreichen, damit der Osterhase als Lebensmittel durchgeht und nur mit 2.5% besteuert wird. Da der Osterhase im Internet angeboten wird, muss sich die Eigenössische Zollverwaltung mit dem edlen Stück aber nur dann befassen, wenn sich ein in der Schweiz Ansässiger das Stück in die Schweiz liefern lässt. Die Zollverwaltung hat ja – zumindest zum alten MWSTG – Übung bei der Qualifikation von Schokolade-Eiern.

Für den Überraschungs-Hasen, der ebenfalls mit Spielzeugen kombiniert wird, gelten die gleichen Regeln. Aber aufgepasst. Nicht in allen Ländern werden sie gleich angewendet. In Deutschland gilt die 90:10 Regel. Damit der Überraschungs-Hase noch als Lebensmittel durchgeht, darf der Wert-Anteil des Spielzeugs nur 10% betragen.  Der Überraschungs-Hase unterliegt deshalb in Deutschland der Steuer zum Normalsatz von 19%, in der Schweiz dem reduzierten Satz von 2.5%. Sollte eigentlich ausreichen, den Währungsunterschied auszugleichen.

Ich wünsche Ihnen frohe Ostern.

 

 

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