Grenzüberschreitende Nutzung von Fahrzeugen – Aufgepasst, die Zoll- und Steuerbehörden sind aktiv

Bei der grenzüberschreitenden Nutzung von Fahrzeugen ist Vorsicht geboten, da Mehrwertsteuer- und Zollrisiken resultieren können!

Stellt ein in der Schweiz domizilierter Arbeitgeber seinem in der EU wohnhaften Mitarbeiter ein Geschäftsfahrzeug für den Arbeitsweg sowie ggf. zur allgemeinen privaten Nutzung zur Verfügung, kann dies eine Mehrwertsteuerpflicht des Schweizer Arbeitgebers im Wohnsitzland des Mitarbeiters bewirken. So stellt die (regelmässige) Zurverfügungstellung des Geschäftsfahrzeugs in Österreich und in Deutschland aus Mehrwertsteuersicht eine entgeltliche Leistung (Vermietung) an den Mitarbeiter dar, welche am Wohnsitz des Mitarbeiters als erbracht gilt und auch dort mehrwertsteuerlich abzurechnen ist (unabhängig davon, ob in der Schweiz der Privatanteil versteuert wird). In Österreich gelten diese Regelungen seit dem 1. Januar 2013, in Deutschland seit dem 1. Juli 2013.

Wird einem in Deutschland oder in Österreich wohnhaften Mitarbeiter ein Geschäftsfahrzeug zur Verfügung gestellt, hat sich der Schweizer Arbeitgeber im entsprechenden Wohnsitzland des Mitarbeiters für Zwecke der Mehrwertsteuer zu registrieren (Finanzamt Konstanz bzw. Graz-Stadt) und die Mehrwertsteuer mit den dortigen Steuerbehörden abzurechnen.

Aktuell prüfen insbesondere die österreichischen Steuerbehörden vermehrt, ob solche Sachverhalte vorliegen. Sollte der Schweizer Arbeitgeber in Österreich noch nicht MWST-registriert sein, wird er zur Registrierung aufgefordert. Dies kann auch Bussen und/oder Strafen zur Folge haben.

Um unnötige Strafen und Bussen zu vermeiden, ist eine Analyse der Zoll- und Mehrwertsteuersituation zu empfehlen (zu den zollrechtlichen Auswirkungen verweise ich auf folgenden Blog-Beitrag).

Bitte beachten Sie, dass die Nutzung von Fahrzeugen aufgrund von FABI auch bei der reinen Inlandnutzung Auswirkungen hat. Eine generelle Analyse der Fahrzeugthematik (u.a. einkommenssteuer-, sozialversicherungs- und arbeitsrechtliche Aspekte etc.) ist somit per se zu empfehlen.

Nutzen Sie die Gelegenheit, am 30. November 2016 im Kurs „Geschäftsauto und Reisespesen: klare Sicht im Gesetzesparcours – letzte Gelegenheit“ die Nutzung von Fahrzeugen gesamtheitlich zu diskutieren.

Für Fragen stehen Ihnen Christina Haas und Marc Oliver Müller gerne zur Verfügung.

Christina Haas Bruni

PwC | Senior Manager Customs&VAT; Zollexpertin/Customs expert Office: +41 58 792 5124

Email: christina.haas.bruni@ch.pwc.com

Marc Oliver Mueller

PwC | TLS VAT – VAT East / Manager Office: +41 58 792

Email: marc.oliver.mueller@ch.pwc.com

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