Quizfrage, die auch MWST-Experten überfordern kann

Nach der Verabschiedung der Teilrevision des MWSTG durch das Parlament am 30. September 2016 muss sich das Parlament bald wieder mit der MWST befassen. Zur Diskussion steht die Frage des Steuersatzes ab 1.1.2018. Ich konnte mit Freuden feststellen, dass meine Mitarbeiter sattelfest sind und die Frage richtig beantwortet haben. Keine Selbstverständlichkeit, wenn doch selbst gestandene MWST-Experten darüber informieren, dass der Normalsatz ab 1.1.2018 7,6% betragen könnte. 

Die Steuersatzerhöhung per 1.1.2011 dient – befristet bis 31.12.2017 – im Umfang von 0,3% zur Finanzierung der Entwicklung des Altersaufbaus für die AHV/IV. Die restlichen 0,1% – und dies ohne zeitliche Limitierung – finanzieren die Eisenbahngrossprojekte.

Wenn das Parlament also nichts unternimmt, dann wird der Steuersatz ab 1.1.2018 7,7% betragen.

Im Hinblick auf die mit jeder Steuersatzänderung verbundenen administrativen Aufwendungen ist aber anzustreben, den Steuersatz unverändert bei 8% zu belassen. Es ist nämlich nicht davon auszugehen, dass die 7,7% auf lange Sicht Bestand haben. Und dann müssten die Steuerpflichtigen innert kurzer Zeit zweimal den ganzen administrativen Aufwand betreiben. Ganz abgesehen davon, dass auch bei der Steuerverwaltung ein beträchtlicher Aufwand anfallen würde.

Dieser Beitrag wurde unter Deutsch, Gesetzesänderung, VAT consulting abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Quizfrage, die auch MWST-Experten überfordern kann

  1. Pierre Scheuner schreibt:

    Da über die Finanzierung der Eisenbahn Infrastruktur erst 2014 abgestimmt wurde kann die Satzerhöhung von 2011 unmöglich teilweise für FABI sein. Die 0,4% (resp. 0,2% und 0,1%) sind befristet bis 31.12.2017 und gehen vollumfänglich zugunsten der IV (vgl. Art. 196 Ziff. 14 Abs. 2 BV).
    Die Erhöhung der Sätze für FABI um 0,1% erfolgt per 1. Januar 2018 und ist im übrigen auch befristet, nämlich bis zu Ablauf der Erhebungskompetenz der MWST per Ende 2020 oder wenn diese verlängert wird bis längstens am 31. Dezember 2030 (vgl. Art. 196 Ziff. 14 Abs. 4 BV)

    • Niklaus Honauer schreibt:

      Danke für die Klarstellung, da bin ich zumindest froh dass die 7.7% stimmen, wenn auch mit einer falschen Begründung

  2. Ueli Müller schreibt:

    Wie kann man davon sprechen, dass es begrüsst werde, wenn die MWST auf 8% belassen würde. Nur weil die Änderung etwas administrativen Mehraufwand generiert? Dies ist in Kauf zu nehmen, wenn dadurch Kosten gespart werden. Ich teile diese Ansicht nicht und bin der Meinung, dass für 99% der Betriebe Kosten gespart werden können, wenn die MWST reduziert würde.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s