Heute ist ein wichtiger Termin

Der 31. August ist zwar als Stichtag nicht im Mehrwertsteuer-Gesetz (MWSTG) festgehalten, aber er ergibt sich aus Art. 72 MWSTG. Dieser Artikel verpflichtet die Steuerpflichtigen, spätestens in der Abrechnungperiode, in die der 180. Tag seit Ende des Geschäftsjahres fällt, Mängel in ihren Steuerabrechnungen zu korrigieren. Bei allen Gesellschaften, die ihr Geschäftsjahr per 31. Dezember abschliessen, ist dies die 2. Quartalsabrechnung, die per 31. August abzuschliessen ist.

Die MWST als Selbstveranlagungssteuer wird nicht wie die direkten Steuern mit einer Verfügung des Steueramts rechtskräftig, sondern erst durch Eintritt der Verjährung (5 Jahre) oder mit einer Verfügung im Anschluss an eine Revision durch die Eidg. Steuerverwaltung (ESTV). Die korrekte Selbstveranlagung hat deshalb einen hohen Stellenwert. Ob die Deklaration aber richtig war, kann nach Ablauf des Geschäftsjahres nur mit einer Umsatz- und einer Vorsteuerabstimmung festgestellt werden.

Bis Ende August hat der Steuerpflichtige deshalb zu prüfen, ob die im abgelaufenen Geschäftsjahr deklarierten Umsätze gemäss MWST-Abrechnungen im Einklang stehen mit dem Jahresabschluss. Aus der Vorsteuerabstimmung muss ersichtlich sein, dass die Vorsteuern gemäss Vorsteuerkonti mit den deklarierten Vorsteuern übereinstimmen.

Was, wenn die Frist abgelaufen ist? Grundsätzlich ist der Steuerpflichtige verpflichtet, erkannte Mängel jederzeit zu korrigieren, soweit die Steuerforderung nicht schon in Rechtskraft erwachsen oder allenfalls verjährt ist. Mängel können deshalb auch später noch korrigiert werden. 

Führt die ESTV eine Revision duch und werden Mängel festgestellt, so kann die ESTV die Steuerforderung schätzen. Ohne die eigene Jahresabstimmung dürfte es schwierig sein, die Angemessenheit der Schätzung der ESTV erfolgreich zu bekämpfen. Die Krux liegt aber auch in der Verknüpfung zum Steuerstrafrecht. Schon bereits das Fehlen einer Jahresabstimmung kann als eine Verfahrensverletzung qualifiziert und mit einer Busse geahndet werden. Kommt es gar zu Korrekturen der Steuerforderung, so steht der Vorwurf der Steuergefährdung oder gar der Steuerhinterziehung im Raum.

Die Jahresabstimmung im Sinne von Art. 72 MWSTG kann aber auch positive Auswirkungen haben. So kann bei einer systematischen Analyse auch festgestellt werden, ob allenfalls zu viel MWST abgerechnet und/oder zu wenig Vorsteuern geltend gemacht worden sind.

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